Diese 5 Business-Probleme kannst du mit OKR lösen

OKR können keine Wunder vollbringen, aber viele typische Organisationsprobleme lösen. Dieser Artikel beschreibt fünf relevante Business-Probleme und mögliche OKR “Good Practises” als Lösungsmöglichkeiten. 

OKR Kurzvorstellung

OKR (Objectives and Key Results) sind ein Management-Tool, das durch Firmen wie Google zuerst im Silicon Valley und später auch weltweit bekannt geworden ist. Es unterstützt die fokussierte Ausrichtung der Arbeit am klaren, für alle transparenten „Nordstern“. Durch den Anwendungsprozess liefert es zudem ständige Kommunikationsanlässe. In diesem Artikel erfährst du mehr über den gesamten OKR Prozess.

OKR sind wie jedes Werkzeug kein Allheilmittel oder der einzig mögliche Lösungsansatz. Jede Organisation und auch jeder Einzelne darin hat in der Vergangenheit individuelle Erfahrungen gesammelt und leitet für sich selbst entsprechend unterschiedliche Erwartungen daraus ab, beispielsweise an das Funktionieren von Zusammenarbeit. Durch diese Individualität und viele andere Herausforderungen rund um Komplexität im Alltag kann kein Werkzeug ein Versprechen auf Wirksamkeit geben. Sie sollten vielmehr ständig in Bezug auf ihre Wirksamkeit getestet und angepasst werden.

Nichtsdestotrotz gibt es viele „Good Practices“ von Situationen, in denen OKR bereits einen Beitrag zur Lösung typischer heutiger Organisationsprobleme leisten konnten.

Problem 1: Starkes Wachstum reduziert die Effizienz

Ausgangslage

Unsere Agentur wächst gerade sehr schnell von 15 auf 50 Personen. In der Zusammenarbeit merken wir aber, dass wir nicht mehr so effizient sind wie früher.

Lösungsansatz mit OKR

In diesem konkreten Fall funktionierte bis jetzt die Kommunikation beispielsweise oft am geteilten Schreibtisch oder beim Lunch, was mit so vielen Personen gar nicht mehr möglich ist. Ein Bestandteil von OKR ist das Bereitstellen strukturierter, auf die gemeinsame Zielerreichung ausgerichteter Kommunikationsanlässe zwischen Führung und Mitarbeitern, aber auch zwischen Mitarbeitern verschiedener Teams. So wird mit der quartalsweisen OKR Definition, dem wöchentlichen OKR-Checkin und dem OKR Review Effizienz in größeren Kontexten unterstützt.

Problem 2: Neue Strategie, aber kein Change

Ausgangslage

Es gibt eine neue Strategie in der Organisation: Ein neues Kundensegment soll der Haupt-Umsatzbringer werden. Trotzdem arbeiten alle ganz beschäftigt hauptsächlich weiter an den Projekten der “alten” Bestandskunden.

Lösungsansatz mit OKR

Ein Schlüssel zum Erfolg, die neue Strategie im Alltag jedes Mitarbeiters zu verankern ist das Sichtbarmachen eines konkreten Beitrags des Einzelnen. In jedem OKR-Zyklus werden Quartal für Quartal die nächsten Schritte zur Erreichung der Strategie erarbeitet und auf alle Organisationsebenen heruntergebrochen. Dadurch und durch das wöchentliche Messen des Fortschritts der Zielerreichung im OKR-Checkin wird die Strategie ganz klar und kann tatsächlich als Priorisierung für die täglichen Aufgaben genutzt werden. Außerdem fokussieren sich Menschen immer darauf, was belohnt wird. OKR stellt durch das Zielmanagement und Bewertung den Anreiz-Rahmen sicher. Es erübrigt durch die grundlegende Erhöhung der Wirksamkeit der eigenen Arbeit den Gebrauch externer, empirisch schon lange als selten erfolgreich bewerteter variabler Bonussysteme.

Problem 3: Agile Entwicklungsteams werden ausgebremst

Ausgangslage

Unsere Entwicklungsteams arbeiten agil nach Scrum. Das  kollidiert regelmäßig mit der nicht-agilen Gesamtorganisation. Beispielsweise wenn das Management konkrete Termine für bestimmte Produktfeatures weit im Voraus einfordert, die Entwicklungsteams aber iterativ arbeiten und nur die nächsten Wochen im Detail planen.

Lösungsansatz mit OKR

OKR bringt durch die quartalsweise Definition der Ziele für die gesamte Organisation eine hohe Geschwindigkeit und Flexibilität. Der agile Arbeitsrhythmus in den Entwicklungsteams wird mit dem Vorgehen anderer Teams wie dem Marketing und den strategischen Themen in den selben quartalsweisen Rhythmus synchronisiert.

Problem 4: Immer muss die Chefin es richten

Ausgangslage

Meine Mitarbeiter sind zwar eigentlich richtig toll, aber als Chef muss ich am Ende doch ständig die Kohlen aus dem Feuer holen.

Lösungsansatz mit OKR

Um selber die Kohlen aus dem Feuer holen zu können, benötigen Mitarbeiter vor allem drei Dinge: 1. Vertrauen, 2. situative benötigte Kompetenzen und 3. Strukturen für eigene Entscheidungen. OKR bieten Raum für genau diese benötigte Struktur durch die Klarheit der Rahmenbedingungen (Ziele und Erfolgskriterien) und die regelmäßige Fortschrittsmessung in den OKR-Checkins. Dort kann wöchentlich (bereits vom Mitarbeiter) gegengesteuert werden, um eben gar kein Feuer entstehen zu lassen und der Chef hat Transparenz über den Fortschritt ohne die Versuchung von Micromanagement.

Problem 5: Nicht genug Hände für all die Arbeit

Ausgangslage

Wir machen alle zu viele Überstunden und es gäbe immer noch mehr zu tun. Eigentlich brauchen wir in unserem Team unbedingt weitere Stellen um den nächsten Burnout zu vermeiden.

Lösungsansatz mit OKR

Dieses Problem ist mit Sicherheit sehr vielschichtig. Einen hilfreichen Lösungsansatz halten OKRs bereit: sie klären für alle verständlich die Prioritäten. Die OKRs der Organisation, sowie der Teams und Mitarbeiter stellen die höchste Priorität dar und geben somit Orientierung bei der täglichen Arbeit. Durch den daraus resultierenden Fokus auf die wirklich wichtigen Dinge, sollten andere Aufgaben wegfallen oder zumindest hinterfragt oder neu organisiert werden. Diese Perspektive ermöglicht auch die Organisation von Arbeit in festen 8-Stunden Tagen zu hinterfragen.

Erkennst du deine Organisation bei einem der Probleme wieder? Dann können OKR für dich ein spannendes Tool zur Unternehmenssteuerung sein. Mehr zu OKR Basics erfährst du in unserem Blogbeitrag  oder im OKR Master Seminar, in dem OKR Verantwortliche fit gemacht werden für die Anwendung in der eigenen Organisation.

Mehr OKR Argumente 

Ein Sammlung von weiteren OKR Argumenten für Product Manager findest du in diesem Talk auf der Working Products. Mit dabei sind:

  • Der neue Kunden-Deal, für den nur ein, zwei extra Features versprochen wurden
  • Die Jahresplanung, die agiles Arbeiten torpediert
  • Die Chefin, die auch eine coole App haben möchte
  • chevron-right
    Der Chief Digital Officer, der immer neue Projekte anstößt, aber dafür nix depriorisiert

Mehr über OKR

Back To Top